Blog Workflow Tipps – Gründe für und gegen externe Editoren

Ich habe meinen Blog-Workflow – wenn man das so professionell ausdrücken möchte –  schon mehrfach geändert.

Bisherige Erfahrungen

Zu Beginn hatte ich immer in WordPress direkt meine Artikel verfasst. Anschließend habe ich eine zeit lang offline mit einem Windows Tool zum Bloggen und mit einzelnen Word Dateien je Artikel gebloggt. Später habe ich Scrivener unter Mac benutzt. Seit einer Weile schreibe ich alle Blog Artikel nun je Blog in einer Word Datei.

Nun tendiere ich dazu, meine Artikel wieder in WordPress direkt zu schreiben. Klingt unstrukturiert und unschlüssig? Nun ja, da ist etwas dran. Aber es hat ja auch immer etwas damit zu tun, wo und über was man schreibt und welche Zusatz-Arbeiten erforderlich sind.

Verfassen von Blog Beiträgen in einer lokalen Anwendung

Eigentlich tendiere ich eher dazu, Blog Beiträge offline in einem Programm vorzubereiten. Hier kommt man nicht zu schnell auf die Idee, diese ggf. noch nicht ganz fertig zu veröffentlichen und hat mehr Prüfungsmöglichkeiten für die Rechtschreibung. Außerdem hat man alle Artikel dann auch gesichert nochmal offline und kann diese ganz einfach zum Review versenden.

Aktuell fallen mir aber stark die Nachteile an dieser Arbeitsweise für mich auf. Im Folgenden beschreibe ich meine Erfahrungen am Beispiel vom Einsatz von Microsoft Word, aber dies kann eigentlich auch jeder andere normale, lokale Editor sein.

Verwendung von einer Datei je Blog

Da ich in mehreren Blogs schreibe, muss ich jedes Mal die relevante Word Datei heraussuchen, um einen Artikel vorzubereiten bzw. für die Veröffentlichung herauszukopieren. Das klingt jetzt vielleicht nach nicht viel Arbeit, aber es ist im Workflow schon ein Schritt mehr und eine Hürde, wenn man aktuell ein kleines Motivations-Tief hat.

Ideen notiere ich meist in einem weiteren Tool wie z.B. Evernote, da ich hierfür natürlich nicht immer das Word Dokument öffnen möchte. Dieses habe ich ja unterwegs z.B. auch nicht dabei. Dennoch habe ich viele begonnene Ideen auch in Word notiert, die mir beim Schreiben eines anderen Artikels eingefallen sind. Somit habe ich an zwei unterschiedlichen Orten eine Ideensammlung, was auch nicht gerade effektiv ist.

Ein weiterer Nachteil der Verwendung einer Word Datei für alle Artikel eines Blogs ist, dass so sehr schnell ein sehr großes Dokument entsteht, welches sich nicht mehr besonders gut und zügig bedienen lässt.

Formatierung der Beiträge

Ein weiterer Punkt ist die Aufbereitung zur Veröffentlichung. Auch wenn man prinzipiell erst später in WordPress formatiert, so nehme ich zur besseren Übersichtlichkeit bei der Bearbeitung hin und wieder einige Format-Einstellungen in Word vor. Außerdem setze ich Markierungen und Merker um z.B. nach internen Links zu suchen oder Affiliate Links einzubinden (siehe Abschnitt Verlinkung).

Wenn ich die Artikel dann nach WordPress kopiere, so muss ich diese (erneut) formatieren. Um das Formatierungsproblem sowie das Problem mit den unübersichtlichen und großen Dateien zu umgehen,  bin ich zeitweise auf Scrivener umgestiegen. Hier wollte ich die Formatierung gleich mit übernehmen, aber der Export HTML-Quellcode passte nicht zu meinen Vorstellungen und Strukturierungen.

Verlinkung

In einem externen Editor setzte ich Merker für das Heraussuchen von internen Verlinkungen. Ist der aber bereits fertig, so bin ich gar nicht mehr so detailliert im Thema drin, dass mir viele potentielle Verlinkungen gar nicht einfallen.

Da in manchen noch Affiliate Links hinzu kommen, wird der Aufwand bei der abschließenden  Überarbeitung der einzelnen Beiträge in WordPress noch größer.

Metadaten und Artikelplanung

Auch die Artikelplanung ist weniger redundant, wenn man die Artikel bereits mit einem geplanten Veröffentlichungsdatum in WordPress versieht, statt das Planungsdatum in Word zu notieren und einen entsprechenden Status (z.B. Draft, Final Draft und Published) manuell zu setzen.

Natürlich ist für einen richtigen Redaktionsplan bzw. eine grobe Artikelplanung ein weiteres, richtiges Kalendertool sinnvoll, aber das kommt in beiden Fällen hinzu.

Genauso geht es mir z.B. mit der Verschlagwortung. Diese ergänze ich gern während des Schreibens und nicht hinterher wenn der Artikel ggf. bereits einige Zeit fertig ist. Notiere ich die Schlagworte hingegen bereits in Word, kann ich keine Auto Vervollständigung nutzen, um zu sehen, welche Schlagworte vorhanden sind. Die Eingabe erfolgt – ebenso wie die Festlegung der Kategorie – redundant. Diese Informationen hatte in meiner Word Vorlage  berücksichtigt, aber nie gefüllt. Bei der Veröffentlichung habe ich diese Informationen dann teilweise vergessen zu setzen.

Einpflegen von Bildern

Auch die Artikelbilder füge ich nur in WordPress ein. Ein Versuch, diese auch in Word einzufügen, habe ich nach wenigen Tagen wegen des Doppelaufwandes eingestellt.

Abweichungen zwischen den Beitragsversionen in WordPress und im lokalen Editor

Bei der finalen Formatierung und Einpflege der Links etc. in WordPress fallen mir immer wieder Formulierungsverbesserungen auf, die ich dann zwar im WordPress Artikel aber nicht in Word übernehme. Auch nach dem Veröffentlichen bekomme ich manchmal Hinweise auf Korrekturen, die ich dann nur in den WordPress Artikeln vornehme. Dies ist ein zusätzlicher Punkt zu den gesetzten Links und eingefügten Bildern, nach dem die beiden Versionen der Artikel auseinander laufen und die Version in Word demnach keine wirkliche, sinnvolle finale Sicherung meiner Artikel darstellt.

Rechtschreibprüfung in WordPress

Ich nutze das WordPress Jetpack Plugin. Ja, ich weiss, viele halten es für zu überladen, aber ich schalte die Dinge aus, die ich nicht nutze und verwende einige Funktionen davon sehr gern. Hierin wird nun auch eine  Rechtschreibprüfung angeboten, die ich nun beim Verfassen von Artikeln direkt in WordPress nutze. Natürlich ist diese nicht ganz so detailliert wie in Word, aber es ist schon mal eine gute Verbesserung.

Fokus Texteingabe

Es gibt in WordPress sogar den „freien Schreibmodus“ (Vollbild), der den Fokus auf die reine Texteingabe legt, so dass man sich auf das Schreiben konzentrieren kann und sich nicht so leicht ablenken lässt. Ich persönlich nutze diese Funktion sehr gerne und hielt dies lange Zeit für einen der eindeutigen Vorteile der externen Editoren.

Backup und Export Möglichkeiten

Das einzige was mir fehlt, ist nun eine vernünftige Lösung, wie ich die Artikel aus WordPress gut exportieren kann. XML ist ja eine Sache, aber dann hätte ich sie auch gern schön als Word oder pdf. Hier bin ich noch dabei, eine für mich passende Lösung zu suchen. Sobald ich fündig geworden bin, gibt es ein neuen Post dazu.

Fazit

Das Schreiben dieses Beitrages hat mich in der Entscheidung bestärkt, von nun an wieder direkt in WordPress meine Blog Beiträge zu erstellen.

Die Nachteile bei dieser Vorgehensweise sind für mich hierbei: Generell ist man schneller dazu geneigt, einen ggf. noch nicht ganz fertigen Beitrag zu veröffentlichen. Außerdem muss man einen weiteren Schritt machen, um den Beitrag jemandem in einem anderen Format zum Review zu versenden. Man benötigt immer einen Internetzugang, wenn man seine Beiträge bearbeiten möchten.

Vielleicht bin ich auch einfach nicht diszipliniert genug, um die Erstellung komplett lokal zu machen und dann alles nach WordPress zu übernehmen. Neben den in den einzelnen Abschnitten dargestellten Vorteilen muss ich gestehen, dass es mich auch einfach viel mehr motiviert, wenn ich mir meinen Beitrag zwischendurch in der Browservoschau ansehen und bereits sinnvolle Verlinkungen bei der Erstellung vornehmen kann. Außerdem kann ich meine Entwürfe jederzeit unterwegs auf meiner WordPress App anlegen oder überall und von jedem Rechner aus einen Artikel erstellen bzw. final bearbeiten und veröffentlichen.

Die Darstellung und Argumentation meiner Vorgehensweise ist natürlich rein subjektiver Art, hier muss jeder den für sich und seine Arbeitsweise passenden Weg finden. Wie geht Ihr bei der Erstellung von Blog-Beiträgen vor? Gibt es eventuell noch weitere Tipps, die den Workflow verbessern könnten?


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