SEO und Barrierefreiheit

Sind barrierefreie Websites automatisch für Suchmaschinen optimiert?

Bevor ich mich der Antwort dieser Frage vorsichtig nähere, möchte ich kurz den Begriff Barrierefreiheit erläutern. Im Internet versteht man darunter Websites bzw. die darauf enthaltenen Informationen, die für eingeschränkte und uneingeschränkte Menschen gleichermaßen zugänglich sind. Eingeschränkte Menschen sind dabei nicht nur körperlich oder geistig Behinderte, sondern vielmehr Personen mit jeglicher Art von Einschränkung. Darunter fallen z.B. auch ältere Menschen deren Sehkraft und motorische Fähigkeiten im Alter stark nachlassen. Kleine Schriften oder Icons auf Websites können dann zu einer fast unüberwindbaren Barriere werden. Im Selbsttest kann man ja einmal versuchen mit einer dicken Winterjacke und Fäustlingen die Maus und Tastatur zu bedienen. Und wie ist das so?

Auch farbenblinde Menschen können auf einige Probleme stoßen, etwa wenn man auf einer Website aufgefordert wird, den roten Button zu drücken. Bei Formularen wird man immer noch sehr häufig aufgefordert die roten Felder auszufüllen. Das wird dann kompliziert, wenn man die roten nicht von den anderen Feldern unterscheiden kann.

Weitaus komplizierter wird es wenn man überhaupt nicht sehen kann. Blinde Menschen sind zum Lesen von Websites auf technische Hilfsmittel angewiesen. Spezielle Programmen, sog. Screenreader, können die Websites öffnen und den darin enthaltenen Text vorlesen. Alles was nicht Text ist, bleibt für blinde Menschen unerreichbar. Bilder, Flash-Animationen und eine Reihe von Ajax-Spielereien können von den Screenreadern nicht oder nur sehr schwer ausgewertet werden. Im besten Fall verzichtet man als Website-Betreiber auf solche Spielereien.

Suchmaschinenroboter sind ähnlich wie blinde Menschen. Sie können nichts sehen, sondern lediglich den Text einer Website extrahieren und auswerten. Wenn also eingeschränkte Menschen Ihre Website problemlos benutzen können, sollte das für Suchmaschinen auch kein Problem sein. Hier jedoch von Suchmaschinenoptimierung zu sprechen, halte ich für übertrieben. Richtig ist jedoch, dass solche Websites mit Sicherheit suchmaschinenfreundlich sind, denn je einfacher Programme auf die Inhalte zugreifen können, desto besser werden diese später im Suchindex zu finden sein.

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Diskussion

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6. November 2008 von helmeloh

Meiner Erfahrung nach, habe dazu sehr, sehr viele Seiten getestet, liegt ein komplett anderes Verhältnis zwischen SEO und Barrierefreiheit vor.
SEO optimierte Seiten weisen oft nicht einmal ein gültiges (X)-HTML auf geschweige denn CSS oder gar WAI.
blogging-magazin glänzt auch mit 73 Errors, 40 warning(s) ;-)
Meist (natürlich gibt es Ausnahmen) genügt es schon, wenn ein SEO nur auf deine Seite hinschaut und schon ist der source im A… und die Seite kaputt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sich nahezu jeder, der in einem Programm auf „website erstellen“ klicken kann für einen Top-SEO hält.
Was haben SEO’s eigentlich für eine Ausbildung? Kennen sie sich bei Webserver, Administration oder Programmiersprachen aus, oder kommen sie eher aus der Richtung Kunst?
Jedenfalls müssen sie eine bessere Ausbildung haben als Webdesigner, die aber in Design & Produktmanagement schon eine umfangreiche Ausbildung in Marketing und Technologie erhalten.
Also wo bitte lernen die red-, black-, whitehead SEOs ihr Handwerk?
Naja, ist schon klar, SEO darf sich jeder nennen und genau so geschieht es auch.

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6. November 2008 von Tobias Redmann

Wow, vielen Dank für den umfangreichen Kommentar. Dort steckt einiger Zündstoff drin. Ich stimme Dir auch in den meisten Punkten zu.

Zum Punkt Ausbildung:
Ich kenne in Deutschland weder den Beruf SEOer noch Webdesigner. Ich selber bezeichne mich auch nicht als eines von beiden. Ich habe eine umfangreiche akademische Ausbildung in Programmierung und Projektmanagement.

Im Artikel sage ich ziemlich deutlich, dass es von Vorteil sein KANN Seiten barrierefrei zu gestalten , um SUCHMASCHINENFREUNDLICH zu sein. Ich habe nicht gesagt, dass es immer so ist. Du beschreibst undrucksvoll das praktische Gegenbeispiel. Das Blogging Magazin ist tatsächlich auch kein gutes Beispiel. Ich nutze ein Standardtheme das leider nicht WAI- noch BITV-konform ist.

Vielen Dank nochmal für den umfangreichen Kommentar.

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7. November 2008 von barrierefreies WebDesign und SEO

[…] vom Blogging Magazin veröffentlichte einen Artikel zum Thema: SEO und barrierefrei. Ich möchte mich an diese Diskussion anhängen und erklären wieso barrierefreies […]

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8. November 2008 von Robert Hartl

Wir sollten Zugänglichkeit und Barrierefreiheit auseinanderhalten.
Aus Suchmaschinensicht reicht eine zugängliche Webseite (ja sogar korrekt ausgezeichnete Überschriften, Links und wenig Tags im Code) völlig aus. Ob dies validiert, spielt doch keine Rolle, schließlich ist das nur ein kleines Kriterium im Bereich der vermuteten Seitenqualität. Die meisten starken Seiten benutzen ja sogar noch Layouttabellen. Aus Suchmaschinensicht hat daher Barrierefreiheit aus meiner Sicht keinerlei Bedeutung, solange der Quode halbwegs korrekt ausgezeichnet ist und die Webseite für Crawler zugänglich.

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9. November 2008 von Tobias Redmann

Evtl. sollte man Zugänglichkeit außerdem noch einmal in für Maschinen und Menschen unterteilen. Ich habe da schon eine Idee für einen nächsten Artikel. Vielen Dank für die Inspiration Robert.

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9. November 2008 von Tobias Redmann

@Robert: Ich habe mir gerade Deine Website angeschaut und finde den Begriff „Websiteoptimierung“ sehr treffend. Die Sichtweise teile ich zu 100 Prozent.

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15. Mai 2009 von Google ist behindert – Barrierefreiheit für Mensch und Maschine | tagSeoBlog

[…] Blogging Magazin: Seo und Barrierefreiheit (externe Website) […]

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2. August 2009 von JohnBi

SEO hat nichts gemeinsam mit Barrierefreiheit oder W3C Validität, aus eigener Erfahrung kann ich sagen und zum Glück, das Barrierefreiheit und W3C Validität keinen Einfluß auf das Suchmaschinenranking haben.

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